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palmeira
Freiberg und Mönchfeld - Das Forum der Stadtteile
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FreiNonne
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Integration - eine internationale Betrachtung
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Thema: Integration - eine internationale Betrachtung (Gelesen 2865 mal)
FreiNonne
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Integration - eine internationale Betrachtung
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am:
04 Januar 2006, 00:06:36 »
hallo in die runde,
habe einen spannenden artikel über die beeinflussung des russischen durch das deutsche gefunden:
http://de.wikipedia.org/wiki/Mischsprache_der_Russlanddeutschen
sollten hier spätaussiedler lesen, bitte dringend um ihren senf dazu!
liebe grüßle
FreiNonne, sehr interessiert
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palmeranse
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Re: Wikipedia: Mischsprache Russisch-Deutsch
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Antworten #1 am:
07 März 2006, 02:35:50 »
Da antwortet keiner - hihihi ...
Also, bei mir Hier gibt es Russland-Deutsche die leben vollkommen abgekapselt von der grossen weiten Welt. Ist ein Arzt fällig muss er zu ihnen gehen da sie nicht zum Arzt gehen. "Ausgang", nur gruppenweise - der Kontrolle wegen.
Sie leben weitab der Realität, genauso wie die Brasilianer deutscher Abstammung ...
Verständlich zum Teil, es fehlt an eigener Fexibilität!
Der grösste Fehler in Deutschland, man ferchte sie in Stadtteile, Häuser. Slumbildung! Das Resultat lässt sich Heute sehen. Totale Kontaktarmut, Kriminalität ... (in ganz Deutschland gemeint). So was lässt sich nicht kurzzeitig heilen, es braucht Generationen. Die Welt verändert sich, nur der Deutsche nicht (verallgemeinert).
Würde man die gleichen Probleme haben wie in vielen anderen Ländern ausserhalb Westeuropas, vielleicht würde man diese verstehen lernen.
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FreiNonne
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Re: Wikipedia: Mischsprache Russisch-Deutsch
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Antworten #2 am:
15 März 2006, 16:35:12 »
Tja, leider anwortet keine(r) - aber davon lassen wir uns nicht demotivieren.
Und schließlich hast DU geantwortet, und das mit einem sehr interessanten Beitrag...
Zum Thema "Kasernierung" der Migranten: Ja, das ist der größte Fehler, den die Stadtverwaltungen deutschlandweit gemacht haben! Und dabei kommt Stuttgart-Freiberg noch sehr gut weg. Wenn ich da an Hamburg-Wilhelmsburg oder HH-Billstedt etc. denke - dort kannste wohl nix mehr retten...
Bin selbst Migrantin, schon deshalb liegt mir das Thema Integration sehr nah. Meiner Meinung nach braucht es einer gewissen Neugier, um sich in die Gesellschaft einzufügen. Mit der Neugier ist natürlich auch das Zauberwort "Bildung" (gerade sehr viel in Deutschland diskutiert) verbunden.
Ach, darüber könnte man Bücher schreiben!
Denn auch mit der Bildung ist es nicht getan. Ein Stück Selbstbewusstsein wäre ebenfalls nötig. Nicht denken: "Ich spreche mit Akzent, deshalb werde ich nicht anerkannt. Deshalb ziehe ich mich zurück."
Bin sehr gespannt, wie es in Brasilien aussieht! Schreibst Du darüber paar Zeilen mehr? Brasilien ist schließlich ein Einwanderungsland (mehr oder weniger) - und das ist auch Deutschland, wenn es auch offiziell nicht zugegeben wird.
Viele Grüße
FreiNonne alias Renate
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palmeira
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Re: Wikipedia: Mischsprache Russisch-Deutsch
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Antworten #3 am:
16 März 2006, 02:55:33 »
Also, da gab es mal ein Forum welches sich "Mut zu Erneuerung" nannte - gestartet vom BUND!!
Ich war zu der Zeit schon in Brasilien und wollte mal ´n bischen mit schwätzen. Thema AUSLÄNDER! was kam dabei heraus, "ja aber", "aber" - lauter bla bla von Seitens des Bundes.
Das ist doch alles kalter Kaffee! Ich sagte denen, Deutschland braucht einige Generationen bis sich da mal was überhaupt bewegt. Und wenn die NPD vor einigen Tagen (Neue Bundesländer - Gemeinderat) meint " ein Deutscher ist weiss", dann sagt dies alles. Dann bin ich keiner mehr weil mir die Sonne Hier in Brasilien zu lange auf den Keks brennt. Blaue Augen und blondes Haar hatte ich auch noch nie, au weia...
Doch mal was zu Russland-Deutsche. Gibt es Hier reihenweise! Leben unter sich, lassen keinen an sich ran, leben noch im 17 Jahrhundert mit ihren Ansichten, gehen nur und wenn in Gruppe in eine Stadt. Leicht zu erkennen an ihrer vorsinnflutlichen Sibirientracht. Weigern sich zum Arzt zu gehen, der Arzt muss extra in die Kollonie kommen, sprechen bis Heute noch kein richtiges brasil-portugiesisich sondern russisch-deutsch-portugiesisch Mix. Gilt für andere Volksgruppen ebenfalls.
Es ist nun mal so, das einige viele verklemmt sind, glauben wenn man mit ihnen schwätzen will sei dies schon halber Mord. Selbst bei den Schwaben ist es mancher Ortes noch so. Als ich ins Schwabeländle kam bekam ich als erstes mal ´ne Warnung. Später, in so ´ner schw. Grossfamilie, Kegelclub, Skizunft usw bekam ich es ja deutlich zu spüren. Machte mir jedoch alles nichts aus. Ich bin, also spreche ich ....
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FreiNonne
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Re: Wikipedia: Mischsprache Russisch-Deutsch
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Antworten #4 am:
25 März 2006, 22:37:01 »
Hallo Palmeira,
bitte entschuldige, dass ich erst heute antworte. Es gab ein bisschen Stress, und unsere Stadtteilzeitung "FreiMönch" musste natürlich auch fertiggestellt werden. (Die neueste Ausgabe gibts online spätestens am 10. April unter
http://www.freimoench.de
- die früheren Ausgaben kannste da sofort downloaden.)
Zum Thema Integration und Schulen findest du im neuesten "FreiMönch" drei Seiten. Für Dich bestimmt auch interessant, weil da Schulen aus Freiberg und Mönchfeld ihre Programme vorstellen.
Ähm... Zum Thema NPD... Was glaubst Du, was gerade fast flächendeckend entlang der Mönchfeldstraße in Freiberg anlässlich der Landtagswahlen am 26. so rumhängt? Sinngemäß: "Islamisten raus!" Und wann bin ich eine? Wenn ich ein Kopftuch trage?
Höchstwahrscheinlich, in deren (blauen) Augen...
Da hat sich aber diese "Partei" eine falsche Adresse für ihre Plakate ausgesucht, glaub ich. Als "Reing'schmeckte" habe ich hier sehr schnell Anschluss gefunden. Ich find es einfach toll, hier zu leben! Irgendwie wohnst du wie auf dem Lande - immer wieder kreuzen Bekannte deinen Weg, hier und da ein Schwätzle, beim Metzger wirste ausführlich beraten...
Liebe Grüßle zum Wochenende
Renate
PS: Vielen Dank für die Reminiszenzen aus Brasilien!
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palmeira
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Re: Wikipedia: Mischsprache Russisch-Deutsch
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Antworten #5 am:
26 März 2006, 15:26:12 »
Hallo Renate
sehe mir jeden Tage die News von tagesschau/SWF und ZDF an. Bischen schleppende Wahlbeteidigung meint SWF.
Denke ich auch, wer nicht gerade an Kontaktarmut leidet findet immer Kontakte und Freunde.
Heute wo ich Hier lebe, selbst "Ausländer" bin, kann ich so manchen der nach Deutschland kommt/einreist besser verstehen. Ändert aber nichts an der Tatsache sich verschliessen zu wollen/müssen. Egal aus welchen Grund! Und Hier ist es nun mal so, das 99% der Brasilianer Ausländer sind, die Einheimischen sind eben nur die Indianer.
Nirgend wo habe ich irgend welche Probleme, obwohl ich erst gar nicht angefangen hatte (brasil)- portugiesisch zu lernen und Heute nur der Höflichkeit wegen mir zwei drei Worte aneignete. In der Familie wird englisch gesprochen und fertig. "Wurmt" vielen weil sie gern wüssten über was wir gerade sprechen. Klatsch hat Hier einen hohen Grad, zumal in der 30 000 Seelengemeinde das Leben "tote Hose" ist. Manche sind aus dem Ort nie raus gekommen!! Doch egal wo ich allein hingehe, Freundlichkeit ist Hier normal, man kennt mich. Als wir Hier her kamen, noch nicht mal richtig Luft geholt hatten, wusste (fast) der ganze Ort wer wir sind. "Er ist Deutscher und hat zwei riesige schwarze Hunde und sie arbeitet jetzt Hier in der Familien- und Fürsorge Station und ist der neue Chef´e". Wir haben uns deswegen oft gekugelt vor lachen.
Viele sind eben geschockt weil wir nicht in Deutschland leben, sie können es nicht verstehen. So gehen alle Diskussionen um das "warum". Und es dauert lange bis sie es kapieren. Deutschland, so denken die meisten Hier bei mir, ein Leben in all den Luxus. Wobei viele gerade einmal so ungefähr wissen wo Deutschland liegt.
Bei uns gab es von Anfang an keine Diskussion wo wir leben werden. Meine Frau, damals noch in der World Familien Organisation tätig, kannte Deutschland bereits seit Jahren. Und ich, Heute, würde nicht mehr zurück tauschen wollen. Meine Kontakte, unser Freundeskreis, besteht nur aus Brasilianer. Deutsche, halte ich auf Distanz. Was seinen Grund hat! Ich halte überhaupt nichts vom "Aufmarsch Deutscher", wobei die Deutschen gemeint sind, die wie ich jetzt Hier leben. Dann die Nachkommen der deutschen Auswanderer, in ihren Kolonien, welche noch im 18. Jahrhundert zu leben scheinen und sich abgekapselt haben.
Rechtsradikale scheint es auch Hier zu geben, sind aber in der totalen Minderheit und werden von allen nicht für voll genommen. Meine Frau meint, das man sie in Sao Paulo findet, potugiesischer Abstammung. Ansonsten kennt man Rechtsradikalismus Hier nicht. Politik verläuft Hier anders als in Deutschland. Der heutige Präsident "Lula" wird genauso von der Bildfläche verschwinden wie ein Schröder. Beide kommen aus der gleichen politischen Richtung.
Soviel für Heute. Ebenfalls ein schönen Wochenende mit hoffentlich steigenden Temperaturen und mehr Sonnenschein. Bei uns beginnt jetzt der Herbst mit mehr Regen.
Doch, ich lese seit Gestern den FreiMönch hihihi
"Palmeira" - Peter
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FreiNonne
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Re: Wikipedia: Mischsprache Russisch-Deutsch
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Antworten #6 am:
26 März 2006, 23:29:47 »
Hallo Peter!
Schön, dass Du uns Deinen Vornamen verraten hast - irgendwie macht es den Austausch viel persönlicher...
Durch Deine Berichte aus Brasilien kommt die Bezeichnung "Ausländer" als etwas Selbstverständliches vor - was tatsächlich auch der Fall ist. Schließlich sind wir alle Ausländer. Abgesehen von dem bisschen Fleckchen Erde, von wo wir stammen.
Was mich aber zum Grübeln bringt: Warum lernst Du nicht die Landessprache? Bist du nicht auf den Klatsch im Ort neugierig? Nicht auf das Fernsehen oder Radio? Ich könnte mir nicht vorstellen, nicht wissen zu wollen, was
genau
um mich geschieht...
Englisch ist doch für Euch und Euren brasilianischen Freundeskreis eine Fremdsprache - wäre es nicht einfacher für Dich, (Brasilianisch-)Portugiesisch zu lernen? Unter Umständen möchstest Du doch in dem Land alt werden?
Hmm... Da sehe ich natürlich sofort eine Parallele zu Deutschland - mit den Stichworten "Integration" und "Parallelgesellschaften".
Daher meine Frage: Kannst Du Dir vorstellen, dass Du auch in 20 Jahren ohne Kenntnisse der Landessprache in Brasilien leben könntest?
Die Frage ist ganz sachlich gemeint, denn die Migration beschäftigt mich, seit ich hier, in Mönchfeld, lebe. Doch die Migranten, die ich kenne, sind wie ich - verdammt neugierig und integriert.
Liebe Grüßle aus Stuttgart (heute ganz in Frühlingsstimmung mit Krokussen, Schneeglöckchen, Gänseblümchen und viel Sonnenschein)
Renate
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palmeira
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Re: Wikipedia: Mischsprache Russisch-Deutsch
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Antworten #7 am:
27 März 2006, 19:08:53 »
Hallo Renate
Ich will mal von hinten anfangen!
Frage: Kannst Du Dir vorstellen, dass Du auch in 20 Jahren ohne Kenntnisse der Landessprache in Brasilien leben könntest?
Antwort: Ein klares NEIN! Selbst in 10 Jahren sollte man so viel kapieren, das man sich „frei“ bewegen kann. Egal in welchen Land man leben will.
Ich will mal behaupten, dass ich Praktiker bin. Seit Kindheit bringe ich mir fast alles selbst bei. Mit Ausnahmen, gibt es bei mir kein „kann ich nicht“! Eher schon „will ich nicht“, was bei mir wenig vor kommt! Kindheit, Ost Berlin - Schule, von der ersten Minuten russisch lernen müssen - strikt abgelehnt. Später, französisch lernen, ein muss will man dabei sein. Englisch, mir selbst beigebracht. Brasil–portugiesisch, erst einmal die schlechten Wörter gelernt will man richtig fluchen können. Was seinen bestimmten Grund hat ...
Als ich nach Brasilien kam war für mich wichtig zu wissen, wie steht es Hier mit Geboten und Verboten. Was darf ich, was sieht man nicht so gern und was ist nicht erlaubt. Wie sind die Menschen Hier, wie kommt man mit ihnen aus. Alles andere hatte Zeit, kann später, mit der Zeit folgen!
Es gibt für mich kaum ein Land in welchen ich nicht leben könnte, dies habe ich schon als junger Stümper gelernt. Für mich ist in erster Linie jeder MENSCH! Religion, Color, Titel stehen dabei hinten an. Ich habe Augen und Ohren und nutze diese. Als Berliner könnte ich mir den Mund fusselig reden, aber es gibt nun mal Situationen wo man besser nur zu hört oder sich blöd stellt. Auch eine Erfahrung!
Den Armen Hier, ohne Schulbildung, achte ich genauso wie jeden anderen Mitbürger.
Oft sagt meine Frau, es ist besser wenn ich kein portugiesisch kann. Gründe dafür sind aber nicht die menschlichen Kontakte. Das fängt beim Hausbau an und endet bei etwas bestimmtes in einem Geschäft haben zu wollen. Wo es dann heißt, „kenn wa nich, ham wa nicht, jibt dete nich“! Die ersten Monate waren schlimm. Wollte ich Nägel kaufen, wurde ich gefragt wieviel Nägel ich will. Wollte ich meine Jeans bezahlen, wurde ich gefragt in zwei oder drei Raten. Holte ich mir einen Helfer und der sollte mir Zement anrühren, flippte ich fast aus. Unsere Putzfrau, die will ein Puppiehaus konstruieren aber putzt nur dort wo das Glasauge hin fällt. Oder wenn man vom Friseur und seiner Sojaerntemaschine wieder entlassen wird. Das sind Nichtigkeiten und die muss man erst einmal für sich verarbeiten. Trotz allem, zu unseren Tierärzten, in bestimmten Geschäften, Arbeitskollegen meiner Frau oder Freunden habe ich ein sehr guten Kontakt. Und die meisten verstehen weder deutsch noch englisch. Wie heißt es doch so schön, so wie es rein schallt – schallt es auch raus.
Meine TV Brasil Nachrichten sehe ich täglich! Will doch wissen ob Rio oder Sao Paulo wieder mal unter Wasser stehen, wer wieder mal in eine Korruption verwickelt ist und ob der Krieg in Rio zwischen Drug Dealer und Polizei immer noch anhält. Und so lernt man brasil-portugiesisch langsam aber sicher. Radio, im Ort gibt es zwar ein Sender, finanziert von der Kirche, aber besser ich höre mein eigenes Geschnarche. Ist ´ne Propaganda Röhre vom Bürgermeister und den Krämerläden. Gleiches gibt für das hiesige Käseblatt!
Zur Kirche brauche ich nicht gehen! Ganz in der Nähe gibt es drei Kirchlein. Zweimal in der Woche werde ich von einer voll gedröhnt. Der Pastor hat zwanzig Kirchgänger, plärrt ins Mikrofon wie ein Propagandaminister das man es im ganzen Stadtviertel hört. Da wir Satellit TV/Radio Empfang haben, bin ich mit brasil-portugiesisch reichlich eingedeckt. Und als Samba Fan lernt man durch den Gesang. Fast vergessen, dann gibt es noch die Obst- und Gemüsehändler. Die kommen mit ihren Lkws täglich vorbei. Eine Hand am Lenkrad, in der anderen das Micro. Die quasseln so schnell wie die Kartoffeln aus der Kiste fallen. Von manchen könnte ich schon ein Karnevalsschlager machen.
Ach das Geklatsche im Ort oder von den Nachbarn interessiert mich eigentlich wenig. Unser Mittagessen findet abends statt und nach dem Essen ist Quasselstunde angesagt. Meine Frau weiß immer was zu berichten. Und unsere Hundefamilie, Fila Brasileiro, als Welpen bzw. seit Geburt groß gezogen, werden garantiert nicht in portugiesisch angesprochen. Heute reagieren sie auf diese Sprache einmal nicht und zum anderen, je nach Tonfall, allergisch. Reine Sicherheitsgründe!
Mir sind solche Typen ans Herz gewachsen wie der letzte Fall. Er, Deutscher, kommt Hier her, will Hier für immer leben und plärrt durch die Gegend:“ also den habe ich erst mal eingeheizt, immerhin bin ich immer noch deutscher EU Bürger“! Hat extra brasil-portugiesisch gelernt und bekommt eine Herzattacke weil man Hier bei der Bank nicht seinen Namen so schreibt wie in Deutschland. Sagt aber ausgerechnet zu mir, ich solle meine deutschen Allüren beiseite lassen. Dazu fällt einem garantiert nichts mehr ein!
Oder die heutige Generation der deutschen Auswanderer, leben ebenfalls in Kolonien, sind aber nicht viel besser. Ihr Denken aus der Kaiserzeit, rassistisch bis zum geht nicht mehr. Kenne eine Kollegin meiner Frau die aus einer näheren Kolonie kommt. Die wollte mir glatt etwas was über Deutschland erklärend weiß machen. Oder die „Teutschen“ aus der Kolonie, wollten die mir deutsches Marketing beibringen. Da sieht man alt aus bei solch Nonsens, Goethe Institut Hier in Curitiba würde vor Neid erblassen.
Kleine Kuriosität zum Schluss. Bin bereits zwei Jahre Hier, Pass abgelaufen in den mein Permament Visum ist. Also zum Konsulat, neuen Pass beantragen. Hatte ich die deutsche Sprache fast verlernt und quasselte mehr englisch. Meine Frau, mit anwesend, bekam fast ein Schock.
Käme ich Heute nach Deutschland zurück, oh Mann. Drei Flüsse-Städte-Mittelgebirge im Test benennen. Mals sehen ob ich es auf die Reihe bekomme! Also, Neckar – Fils – äh.... wäre da nur noch der Maxe Eyth See oder so, dann : Gruibingen, Metzingen, Nürtingen – toll, dann noch zu den Jegirgen: Himmelsleiter, Albanstieg, natürlich derrr Schwarzwald. Also da bleibe ich besser wo ich bin! Das ist ausgesprochener bürokratischer Stuss. Was man von denen verlangt welche die deutsche Staatsbürgerschaft anstreben, das wissen über die Hälfte aller Deutschen nicht einmal. Allgemeinbildung schön und gut, aber nicht so. Fehlt nur noch das man drei Karnevalsvereine benennen muss um auf deutsch lachen zu lernen. Eine Staatsbürgerschaft kauft man ja nicht wie 100gr. feine Leberwurst in Scheiben. Wenn man selbst verklemmt ist, sollte man nicht andere auch noch dazu verdonnern verklemmt zu werden. Und mal ehrlich, soll ich etwa auf meine Nationalität stolz sein wenn jedes Jahr deutsche Sextouristen in den Norden Brasilien landen und rufschädigend herum tollen. Es ist fast schon so weit, das man im Norden Brasilien nicht mehr sagen kann Deutscher zu sein. Und das ist kein Gerücht sondern Realität!
Nickname palmeira, so heisst der Ort Hier und ist mit in mein Hostname eingebunden. Nutze diesen eigentlich oft!
Seit Gestern hat sich der Herbst von seiner erkenntlichen Seite gezeigt.
Von 32 knallhart auf 20 Grad, meine Bier-time muss ich auf November verschieben.
Gruss Peter
PS. Sollte jemand im Forum etwas ganz bestimmtes wissen wollen kann er mir ruhig schreiben.
Beispiel Sozialwesen usw. Wer Samba Musik liebt, damit kann ich auch dienen, habe zwei Webradio Station welche wechselnd in SHOUTcast starten.
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FreiNonne
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Re: Wikipedia: Mischsprache Russisch-Deutsch
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Antworten #8 am:
27 März 2006, 20:25:53 »
Hallo Peter,
spannend, spannend, spannend!
Bin inzwischen fast süchtig nach Deinen Berichten aus dem Migranten-Leben in Brasilien...
Was mir besonders gefällt: Man merkt, Du bist richtig mittendrin in Deinem neuen Leben. Nichts beschönigen, aber auch keine Vorurteile aufbauen oder sich aufspielen. Und schon gar nicht eine Opfer-Rolle annehmen.
So stelle ich mir die perfekte Integration vor: Sich von Anfang an als Teil der Gesellschaft fühlen. Ruhig kritisch bleiben, aber auch das Positive zu schätzen wissen.
(Kleine Frage zwischendurch: War Dein erstes Wort eventuell car****? Mein alter brasilianischer Kumpel Ricardo meint, das wäre das wichtigste Wort überhaupt, hihi!)
Übrigens find ich auch, dass man die Landessprache durch den täglichen Umgang mit Medien und dem Gemüse-Mann von nebenan am besten erlernen kann.
Bald mehr - heute muss ich mich noch Presse-Informationen des Bürgervereins widmen...
Mit vielen Grüßen in den brasilianischen Herbst
Renate
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palmeira
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Re: Wikipedia: Mischsprache Russisch-Deutsch
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Antworten #9 am:
30 März 2006, 01:59:14 »
Ach, eigentlich wurde an der Integration/Einbürgerung in Deutschland schon so viel herumgedoktert, dass der Deutsche schon selbst nicht mehr weiss was er darunter verstehen soll oder meint. Und das ist in Deutschland das Problem wenn man von und über Ausländer spricht.
Integration ist ja nicht nur, er muss sich anpassen wollen/können/müssen. Das Problemkind ist der Deutsche selbst! Einige meinen da mitmischen zu müssen, egal ob Kirche oder Sportverein. Keiner, nicht einer kann mich dazu verdonnern wie ich mich gefälligst zu integrieren habe. Kann ich es selbst nicht, wenn auch nur ansatzweise erst einmal, kann ich in die Wüste gehen und Sandkörner zählen. Ich brauche für eine Integration/Einbürgerung keine staatliche Bibel oder meinen dies mit Geld erkaufen zu müssen! Das schlechteste Beispiel ist doch wohl Berlin, mitten in Berlin Ankara in Kleinformat. Und was ist das für ein Integrationsweg, bietet Homepage tagesschau ihr Angebot in türkisch an. Ein Deutsch-Russe aber angehalten wird gefälligst deutsch zu lernen bevor er kommen darf. Das ist für mich Nonsens hoch drei. Die Südamerika Seite hat man wohlweisslich eingestellt. Obwohl, wenn alle deutschen Auswanderer und deren Nachkommen aus Südamerika nach Deutschland kommen würden, der Deutsche in Deutschland wegen Platzmangel auswandern muss.
Nichts gegen die Aufteilung der Eingereisten, 100gr. Bayern, 10 gr.Bremen usw. Fehlplanung, mangelndes Gefühl für ein Miteinander ist die Bildung der Gettos. Und dies ist in vielen Staaten so!! Bestes Beispiel USA, Frankreich und Deutschland hat fast aufgeholt! In USA wird mehr spanisch gesprochen als englisch. Jeder brauch die Billig-Arbeiter, aber Bitteschön nicht in meiner Nähe leben wollen. Und welch Blamage, die mit Green Card kommen dürfen, angeblich nötig gebraucht und Wochen später arbeitslos. Lach – lach, is Carnevaltime! !!
Es gibt sowieso kein Land wo man mundgerecht leben kann. Oder doch, vielleicht in den Vereinigten Emiraten wo der Verdienst um vieles höher ist als in Deutschland. Amerika (USA) Irrtum! Und wie sehr man sich in Deutschland selbst mag, zeigen Streits wegen Gartenzaun oder weil der Gockel kräht wann er Lust hat. Wie soll ich mich in einem Land integrieren wollen, in dem ich mit Vorschrift ins Bett gehen und wieder aufstehe. Das Thema Integration wird Deutschland noch lange beschäftigen, von Wahljahr zu Wahljahr, von Generation zu Generation. Und da kann man ausbrühten was man will, es wird nie funktionieren. Lache einmal zu viel oder zu laut und du fällst schon auf oder gar die Polizei kommt! Da hört bei mir ein Verständnis für diese sogenannte Demokratie von vorn herein auf.
Der Südamerikaner, Brasilianer, sehr from, lebenslustig, fröhlich und kontaktbereit. Und, er lässt sich nicht bevormunden da er seinen Stolz hat!! Schon dadurch fällt einem eine Integration viel leichter. Viele Nichtigkeiten fördern eine schnellere Integration. Es gibt vor allem keine Bevormundungen. Keiner schreibt dir Hier vor wie dein Leben gefälligst auszusehen hat, dass du dies nicht oder erst recht nicht darfst, oder ab einer bestimmten Uhrzeit machen darfst und dies oder jenes sowieso von vorn herein verboten ist. So, und jetzt kommst du als ein “auf Verodnungen getrimmter Deutscher” in ein Land wo alles erlaubt ist was für dich vorher verboten war. Keiner labert Hier etwas über Integration, unbekannt, stört keinem! Wie gesagt, mache das Beste daraus zumal es auf Anhieb funktioniert, wenn DU es willst. Und wenn es geschnackelt hat, fühlst du dich um wenigstens zehn Jahre jünger. Man wird dich x-mal auslachen weil du Fragen stellst, ob man dies oder jenes darf. Und die dümmste Frage, wenn man fragt ob dies oder jenes Hier nicht verboten ist. Man passt sich somit automatisch immer mehr an. Hier ist fast alles erlaubt was in Deutschland sowieso verboten ist! Noch in der Stifter Str. lebend sagte ich oft:Weggucker Gesellschaft. Und, ein pens. Polizist sagte mir damals glatt: bevor ich zum Kadi muss, sehe ich besser weg.
Wenn du Hier landest gibt’s kein Begrüssungsgeld oder Handbuch für Ausländer, wo du etwas über Max und Moritz wissen sollst, und erst recht keinen Ausländerbeauftragten! Ist sowieso nur ein “Dankeschön Posten” der Partei! Integration, eigentlich unbekannt. Kenne Hier keinen der es jemals ausgesprochen hat. Wo du leben willst in Brasilien solltest du schon vorher wissen. Zumal man es bereits in Deutschland bei Visum Antrag mitteilen muss. Später ist es egal, da Freiheit Hier noch wirklich seinen Wert hat.
Nach sechs Monaten ist der Bürokram erledigt und dann beginnt für dich erst dein normales Leben in Brasilien. Wenn du deine ID Card (Ausweis) bekommst. Kein Polizist will was von dir nur weil du ein Gringo bist. X-mal wird man dich fragen wie es dir Hier gefällt und ob du wieder gehen willst. Jeder Dritte wird dir sagen, mein Opa ist auch Deutscher.Es gibt kein Sozialamt weil du pleite gegangen bist, keine Aufwärmestube weil du auf der Strasse gelandet bist, kein Essen auf Räder weil dein Magen knurrt. Was heisst es gibt keine Gängelung wegen jeden Kleinkram den welche nicht mögen. Höre oft, das Deutsche in den Favelas leben weil ihr Geld ausgegangen ist.
Ich lernte recht schnell vom Brasilianer, wann du dein Rasen aus lauter Laune heraus mähst, das deine Hunde bellen wann sie es wollen, dein Nachbar sein Transistor Radio volle Pulle plärren lässt, das Stück Blech was vorbei stottert ein Auto sein soll, dein Strom bei besten Sonnenschein stundenlang den Geist auf gibt, du nicht unbedingt durch ein bestimmtes Viertel laufen kannst. Ich blase auf´n Kamm Lapaloma wann ich will und nicht irgend eine Verordnung.
Oder, fast jeder meint Meister seines Fachs zu sein und will für dich arbeiten, aber du ihm erst einmal bei bringst das Spucke und zwei Nägel nie halten. Also, besser keine zwei linken Hände mit bringst und alles allein machst. Dann klappt es aber nicht mit den Nachbarn. Denn der will wissen was du gerade treibst. Er steht hinter den Gardine und glotzt oder er rennt in sein Garten um zu glotzen. Pech für ihn der Bambus versperrt die Sicht.
Das erste Wort was ich lernte, in den ersten Tagen, Lixo (Abfall). Idiot und stupid scheint international zu sein, versteht jeder. Lixo -, wird ohne jede Hemmung benutzt und wenn der Geschäftsinhaber selbst vor mir steht. “´N Knopf abdrehen und wieder andrehen kann ich mir selbst”! Will damit sagen, das man mir kein Schrott oder ´ne Altkleidersammlung andrehen kann.
Grossstadt und Dorfleben sind Hier genauso unterschiedlich. Sobald man aus einer Grossstadt raus zieht, meint man auf ´nem anderen Planet gelandet zu sein. So manchen Jugendlichen in Deutschland würde ich mal in solch Kaff Hier für ein Jahr verfrachten, damit er mal erlebt was wirklich tote Hose ist.
Wir kennen eine Brasilianerin welche in Deutschland heiratete, dort lebt. Ihre fünf Studienjahre dank Ämter in Sand setzten muss und von amtswegen obendrein verdummt wird. Garantiert hat sie sich nicht integriert sondern sie eher chancenlos vegetiert. Denn wer freut sich in einem Land zu leben welches einem für sowieso dämlich hält. Und wir kennen eine Brasilianerin welche in Deutschland als “Polake” betitelt wird. Da hört bei mir der Zwang zur Integration sowieso auf. Doch keiner von ihn wird jemals eingestehen sein Leben verwirkt zu haben, auch eine Art Stolz.
Ich stand Heute sechs Stunden ohne Strom da, das berühmte alte Lied Hier. Man gewöhnt sich daran, weil oftmals Peterches Bastelstunde ist.
Ääh - Presse, war auch mal nebenbei in der Branche tätig. In Sache Automobilsport, vom Canstatter Slalom bis Le Mans. Meine herrlichste Zeit in Deutschland! War mein Zweit-Job!
Viele Grüsse
Peter
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Re: Wikipedia: Mischsprache Russisch-Deutsch
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Antworten #10 am:
04 April 2006, 21:04:25 »
Hallo Peter,
ich habe den Eindruck, dass Du Dich in Brasilien sehr wohl fühlst und Dich inzwischen als Brasilianer verstehst?
Hier nochmals zum Thema Integration: Dazu hat jede(r) eh seine eigene Meinung. Und glaubt natürlich, dass seine/ihre die richtige ist.
Doch die vielen Meinungen treffen sich in mindestens zwei Punkten:
1. Beherrschung der Sprache des Einwanderungslandes
2. Bildung - so gut, wie es nur geht
Was die Lebensweise betrifft - Nachbarsklatsch gab es bestimmt schon im Paläolitikum.
Was nicht richtig ist: das Nebeneinander. Das Miteinander ist gar nicht so schwer. Der Rahmen muss geschaffen werden. Ich glaube, das ist der Punkt, darüber streiten die Geister.
Um jetzt aber in Freiberg und Mönchfeld zu bleiben: Das letzte Internationale Bürgerfest war ein Super-Erfolg! Und ich denke, irgendwann wird das Fest einfach Stadtteilfest heißen - und alle kommen trotzdem!
Feste feiern ist sehr wichtig: So kommt man ins Gespräch, lernt die Nachbarn kennen und entdeckt fürs erste die eigene Neugier und dann Gemeinsamkeiten, Sympathien...
Und das gilt nicht nur für "Reingeschmeckte" und Einheimische, sondern auch für die Generationen - Jung und Alt - in den Stadtteilen.
Ich wünschte, wir hätten noch mehr Feste hier... Allerdings wird immer getan, zum Beispiel im Bürgerhaus. 2x die Woche Cafeteria, 2x im Monat Extra-Veranstaltungen, 2x im Monat Spiele-Abende - wer WILL, kann alles nutzen! Und das mit wenig oder gar keinem Geld.
Tja... Aller Anfang ist schwer. Auf der lokalen Ebene - unter Nachbarn - macht es für meine Begriffe am meisten Sinn...
Mit vielen Grüßen
Renate
PS: Für mich als "Katzenmama" gibt es ein Wort, dass für ein Miteinander von besonderer Bedeutung ist:
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Re: Wikipedia: Mischsprache Russisch-Deutsch
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Antworten #11 am:
07 April 2006, 18:38:48 »
Hallo Renate
1. Beherrschung der Sprache des Einwanderungslandes
Das ist die Meinung in Deutschland, könnte man kurz und knapp sagen. Ich lese ja täglich die politischen Schmunzel-Diskussionen aus Deutschland geht es um Integration/Einbürgerung. Bei so manchen Politiker scheint der Groschen, ach ist jetzt Cent, erst zu fallen wenn er in Pension geht. Und man macht es sich recht einfach, man erkauft Integration. Darin ist der Deutsche Champion, meint alles mit Geld begleichen/erkaufen zu können/müssen. Selbst bei der Wiedervereinigung hapert es bis Heute noch mit der Integration. Gehe man nach Miami oder Washington, nur um zwei Orte zu nennen, dort wird fast nur spanisch gesprochen egal wo man dort hin geht. Hier in Südbrasilien, Bundestsaat Santa Catarina wird in vielen Städten nur deutsch gesprochen. Als der Irak Krieg begann warb die US Army in spanisch um mangelndes Stückgut „Soldat“ zu bekommen. In Algerien sprechen mehr Algerier perfekt französisch als algerie-arabisch.
Es ist garantiert nicht beleidigend gemeint wenn ich sage, von der Wolga als Deutsch-Russe, vom heutigen Polen als Deutsch-Pole nach Deutschland zu gehen – das ist kein auswandern. Eltern haben dafür gesorgt Deutsch als Sprache beizubehalten, haben die Tradition gepflegt. Ja und dann, dann ist doch vieles anders als gedacht, Tradition hat ausgedient weil Deutschlands Tradition nicht mehr existiert.
Nehme ich meine Frau, kennt fast die ganze Welt (ihr fehlen in der Sammlung Nordkorea, Australien, Nord- und Südpol), in allen anderen Ländern x-mal dort gewesen. Spricht nur ihre Landessprache, englisch und spanisch – weniger französisch als ich). Nehme ich mich, als ich das erstemal von Deutschland ging. Keine Vorgesetzter sagte zu mir, du kannst kein französisch also kannst auch nicht Sergeant werden somit bist du NICHTS. Ich lernte die dortige Landessprache französisch auch erst vor Ort. Integration ist für mich und vor allem, sich selbst anpassen können. Die Bereitschaft dazu muss in einem selbst stecken. Einfach gehen weil es wo anders goldene Gäbelchen gibt ist Phantasie, ein Irrglaube. Schotte ich mich ab, gebe ich mich von vorn herein selbst auf. Wie soll ich mich aber integrieren heißt es an allen Ecken und Kanten, das hat sie nicht zu interessieren, das geht sie nichts an. Ich kenne dieses Problem sehr gut, Vater Staat war mein bester Lehrmeister im sich wieder integrieren wollen. Denn, auch ich hatte mich einmal integrieren müssen und war nur drei Jahre weg. Als ich wieder nach Deutschland kam gaben sich oft Schocks die Hand. Und manches habe ich bis Heute nicht vergessen. Mein Begrüssungsgeld hieß damals (amtliche Aussage): was wollen sie hier, sie landen sowieso im Knast. Da sieht man echt glücklich aus.
Teil 1 - den Rest musste ich kürzen
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Re: Wikipedia: Mischsprache Russisch-Deutsch
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Antworten #12 am:
07 April 2006, 18:40:18 »
Hallo Renate
Teil 2
font=Verdana]2. Bildung - so gut, wie es nur geht[/font]
Die einen packen ihre Diplome unter den Arm und gehen weil Deutschland nichts zu bieten hat. Die nächste Gruppe ist, die welche kapiert haben wie ihre trostlose Zukunft in Deutschland aussieht. Und dann gibt es noch die Pisa Studien Absolventen und die gibt es reichlich. Die meinen, jetzt komme ich „der Deutsche“ und nur ich bin wichtig. Normalerweise hat ja ein Deutscher die 8. Klasse absolviert, was Bildung anbetrifft. In manchen Dingen kann ich damit aber nichts anfangen weil in vielen Ländern die Uhren anders ticken. In Südamerika garantiert! Oft ist es viel wichtiger, man hat keine zwei linken Hände und weiß sich selbst zu helfen. Und dabei ist dann seine Ausbildung eben wichtig. Oder, was bringt mir meine Bildung, hing ich ein Leben lang an Mamas Schürzenzipfel. Nichts – Null! Und dazu dann der Traum „auswandern“, als gehe es darum mal vierzehn Tage Antalya mit „Kraft durch Freude“ zu erleben.
Was hat meinem speziellen Fall seine Abendschule in Deutschland gebracht um die hiesige Fremdsprache zu lernen, nichts. Macht bei der größten Bank Brasilien ein riesen Skandal, nur weil man seinen Vornamen auf der Kreditkarte nicht richtig schriebt. Die Landessprache können heißt auch die Grammatik beherrschen. Stellt sich breitbeinig hin und plärrt: Immer noch bin ich deutscher EU Bürger“! Wofür er sich im Ausland nichts kaufen kann, eher für dumm gehalten wird. Mit einer Brasilianerin verheiratet, bis 12/05 in Deutschland lebend. Visum Nebensache schließlich ist er ja „Teutscher“ meint er und alle haben sich gefälligst hinten an zu stellen. Für meine Frau eine riesige Lachnummer! Und eins ist sicher, kein Einheimischer Hier würde sich von einem solchen Ausländer rein reden lassen wie er was zu machen hat. Da prallen Selbstbewusstsein und deutsche Ausbildung dann aufeinander! Es gibt Länder wo für eine Bildung mehr getan wird als in Deutschland, selbst in Brasilien. Die Zeiten wo man einmal auf den Deutschen hoch geschaut hat sind längst passé. Zweiter Fehler, was Bildung anbetrifft, wenn mancher in Deutschland meint, in Brasilien leben sowieso alle in Bambushütten. Ich selbst sage mir immer, halte nie andere für dümmer als du selbst bis. Bildung ist genauso wichtig wenn ich in Gruibingen lebe oder in Fort Lamy. Und nur weil ich eine bessere Bildung habe, heißt es noch längst nicht den Amazonas oder die Sahara durchqueren zu können. Meine genossene Ausbildung hilft mir nur eine Sache ein wenig leichter anpacken zu können. Den Rest muss ich dort lernen wo ich hin gehe. Und das Leben außerhalb Deutschland oder gar Europas ist weit aus härter und kennt kein Mitleid. Wie ich zu vielen sagte, Hier gibt es kein Sozialamt weil ich versagte, keine Aufwärmestube weil ich auf der Strasse gelandet bin und kein Essen auf Räder weil mir der Magen knurrt.
Und ich will auch noch einen wichtigen Punkt anschneiden, den Sozialen/Gesundheit. Wie lange murkst man in Deutschland daran herum Jahrzehnte und nach jeden Wahljahr! Seit ich Hier lebe habe ich keine Versicherung oder gar Pflichtversicherung mehr. Hier kann jeder zu seiner Sozial- und Familienstation gehen und wird kostenlos versorgt. Selbst ich! Alle wichtigen Impfungen sind kostenlos selbst die Zahnuntersuchungen. OK. Es gibt Company´s die ihre Mitarbeiter Hier versichern. Aber allgemein gibt es keine Pflicht sondern nur Privat. Als Privatpatient in Deutschland habe ich auf jeder Abrechnung sehen können was Hand schütteln beim Arzt kostet. Nannte sich Besprechung - lach lach!! Ich hatte vor zwei Jahren in einem Stuttgarter Forum eine Diskussion darüber. Sagte mir jemand glattweg, ich werde in Deutschland auch kostenlos versorgt – zahlt alles meine Krankenkasse. Das ist Bildung die weh tut!!
Ich habe mich sehr schnell eingelebt und fühle mich Hier ausgesprochen wohl. Weil das Glück es so wollte, dass ich eine wirklich gebildete Lebenspartnerin fand. Denn, allgemein, haben Hier viele nur den 1. Bildungsgrad und oder wenn es hoch kommt auch den 2. Bildungsgrad. Der Erste reicht als Landarbeiter/in für Saison Landarbeit. Oft wird auch dieser abgebrochen um Geld in die Familienkasse zu bringen. Der Zweite, für Müllabfuhr, bei der Gemeinde als Arbeiter usw. Und ich kann sagen, ich habe Hier mehr wirkliche Freunde als jemals in Deutschland. Natürlich gibt es Hier einige die meinen sie seien was besseres. Die ließ ich mal kurz auflaufen und dann war die Angelegenheit mit „was besseres sein“ gegessen.
Klatschbasen, konnte ich noch nie im Leben leiden. Jeder kehre besser vor seiner Tür als vor anderen Türen. Gleicher Ansicht ist meine Frau! Das Erste was sie ihren Mitarbeitern sagte war, Klatsch gibt’s in der Station nicht, wir sind zum arbeiten Hier. Nachbarn, mein Gott mancher von denen ist nie aus dem Ort heraus gekommen. Somit besteht ihr Leben eben nur aus klatschen bevor die nächste Folge der abendlichen TV Novelle beginnt. Denn dann ist Schweigen im Ort mit ihrem empfangenen 1 Kanal TV. Ansonsten, man grüßt sich. Ab und zu eben ein kurzes Schwätzchen über Wetter und die Welt. Wir haben uns Hier unsere Oase geschaffen auf 800qm Land. Und ich mache alle handwerklichen Arbeiten am/im Haus und den zwei Gärten, dazu unsere vier Fila Brasileiros. Da bleibt nicht viel Zeit für Kaffeeklatsch. Egal ob Winter oder Sommer. Ich kann auf den gemietet Grundstücken schalten und walten wie ich will, habe meine ganz persönliche Hausordnung. Wir haben einmal in der Woche eine Haushilfe weil meine Frau oftmals am Wochenende arbeitet, Lehrgänge abhält oder Präsentationen macht. Denke ich an die ersten Tag zurück als wir her zogen, wo gibt es so etwas in Deutschland. Der eine Farmer läd uns ein, drückt mir sein Jeep in die Hand und ich kutschte den halben Tag durch seine Weiden. Oder, ein anderer sattelt eins seiner Pferde und sein Sohn zeigt mir deren Land und Rinderherden. Wohl bemerkt, damals alles mir vollkommen unbekannte Personen und ich mit meine drei Brocken portugiesisch. Heute, so mancher Deutsche der Hier her kommt um Hier leben zu wollen, muss erst einmal vollkommen umdenken lernen. Das Leben wie er es Hier erlebt wird er nicht mehr eintauschen wollen. Mitunter sind es allein schon Nichtigkeiten, welche aber ein Leben lebenswerter machen. Das fängt schon damit an, so lange ich nichts strafbares mache, kann ich schalten und walten wie ich will. Keiner wird dir vorschreiben wie du gefälligst zu leben hast. Und da merkst du, dass deine gewonnene Bildung Lücken aufweist, was sich aber nach ein zwei Jahren gibt. Doch selbst wenn ich in Deutschland studiert habe kann ich Hier nichts mit anfangen, weil ich Hier erst einen Test durchlaufen muss um dann vielleicht einen entsprechenden Job zu finden. In Deutschland ist es da noch schlimmer. Mit meinen fünf Jahre Brasil Uni, muss ich in Deutschland von ganz vorn anfangen und kann dann höchstens als Altenpfleger beginnen. Zumal dann auch noch bestimmt wird was man höchstens werden darf. Information aus erster Hand! Was uns anbetrifft, dies könnte ich meiner Frau nie im Leben antun. Und nur weil ich durch Geburtsurkunde Deutscher bin, soll meine Frau dort leben Das ist keine Grund und ich sehe keinen Grund es zu wollen!
Bürgerfest kennen ich noch, hinterm J.B. Haus damals. Hatte zu der Zeit aber mehr mit dem Kelterfest Zuffenhausen zu tun. Worüber ich immer schon mit dem Kopf schüttelte, da machen sich welche die Mühe, opfern ihre Freizeit um etwas Freude und Geselligkeit zu verbreiten. Und dann kamen die Abzocker, bestes Beispiel GEMA. Gibt’s Hier nicht! Hier finden Fest ohne Auflagen, abzocken und Verordnungen statt. Irgend ein Supermarkt heuert eine Band an und dann geht es zwei Tage rund, der ganze Ort kommt. Alle 7-14 Tage ist Hier etwas los. Mal die Stadt oder ein Stadtviertel, irgend ein Club. Heute ist der 187. Jahrestag der Stadt, um 7 Uhr wurden wir mit Feuerwerk aus allen Ecken geweckt, die Festlichkeiten starten um 9 Uhr. Selbst als meine Frau ihre Station neu organisierte und dem Stadtviertel vorstellte war damit ein Fest verbunden. Obwohl alles nur improvisiert war, scheute sich der Medien Zar Brasiliens nicht ein paar TV Kameras her zu schicken. Zum Schluss, für mich ist Hier zu leben jeder Tag ein „Feiertag“.
Schönes Wochenende
Peter
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Re: Wikipedia: Mischsprache Russisch-Deutsch
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Antworten #13 am:
07 April 2006, 21:12:21 »
Hallo Peter!
Schon wieder fasziniert Deine Schilderungen gelesen...
Deine Sichtweise ist für westeuropäische - und inzwischen auch mitteleuropäische - Verhältnisse wahrscheinlich etwas exotisch. Ich würde sie "positiv altmodisch" nennen.
Warum "altmodisch"? Weil ich Deine Begeisterung für die ursprünglichen Werte herauslese. Werte, die früher mal galten, als das Leben noch nicht so hektisch war. Familie, Zusammenhalt mit den Nachbarn, das Leben einfach ohne Zukunftsängste zu genießen... (Ergänze bitte, was ich vergessen habe.)
In meinem Freundeskreis habe ich u.a. liebe Leute (in diesem Fall aber keine von Freiberg und Mönchfeld), mit denen man sich fast nur über Materielles unterhalten kann: "Guck mal, dieses Bild habe ich gerade vom Künstler XYZ gekauft: Wo soll ich es aufhängen, damit es zur Geltung kommt?" / "Ist dieser Hosenanzug nicht schick? Sonderangebot! Nur 300 Euro! Den brauche ich ja in der Arbeit, sonst bin ich locker." / "Ich finde dieses Tafelservice mit Platinrand viel unaufdringlicher als mit Gold." (
)
Was hat das alles mit der Integration zu tun? Nun, diese Freundin ist eine Spätaussiedlerin aus Schlesien, seit 30 Jahren im Lande. Absolut angepasst, Uni-Abschluss, erfolgreich im Beruf. Und sie weiß - zum Glück - nicht, dass man in der Firma hinter ihrem Rücken lobend sagt: "Sie spricht ganz gut Deutsch."
Das erinnert mich an alte Hamburger Damen, die über ihre vertrauten Nachbarinnen (seit 1945) hinter der vorgehaltenen Hand noch vor 20 Jahren sagten: "Sie ist eine Zugereiste. Aus Ostpreußen oder so."
Tja... Wo fängt die Integration an? Im eigenen Kopf? In den Köpfen der Einheimischen? Müssen wir alle gleich sein?
Da antworte ich zuerst mir selbst...
Nein! Wenn wir alle gleich wären, wäre das Leben verdammt langweilig!
Doch eine gemeinsame Sprache ist die Voraussetzung für die Kommunikation. Ich muss mich artikulieren können, meine Wünsche, Erwartungen, Gefühle, Reaktionen auf andere Menschen verständlich ausdrücken!
Bildung: Ohne Berufsausbildung bist du aufgeschmissen. "1. Bildungsgrad" - den hast Du beschrieben an Beispiel von Brasilien. Eben... Damit steht man/frau ganz unten auf der Leiter. Ein bisschen Ehrgeiz wäre nicht schlecht. Es muss ja nicht gleich das Abitur sein. Aber die Bildung öffnet die Augen...
Sooo... Jetzt muss ich den Übergang von Bildung zur Presse schaffen...
Also: Der "FreiMönch" wurde heute druckfrisch ins Bürgerhaus geliefert! Am Wochenende machen sich die Ehrenamtlichen (ich auch) auf den Weg, ihn zu verteilen. Die Online-Version haben wir leider noch nicht. Aber bald haste sie...
Wünsche Dir und Deiner Frau ein schönes Wochenende!
Mit vielen Grüßen
Renate
PS: Wie feiert Ihr Ostern?
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Re: Integration - eine internationale Betrachtung
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Antworten #14 am:
10 April 2006, 02:11:56 »
Hallo Renate
Habe ich es doch noch geschafft und kann antworten.
Kommt mir bekannt vor, sagte ich auch oft.
OK. Lassen wir es so stehen, „altmodisch“! Obwohl meine Frau muss darüber lachen.
Zitiere ich mal eine Ex Bk., Herrn Schröder mit seiner Weihnachtsansprache DW TV internat.: „... wir sind ein reiches Land, aber alle müssen jetzt den Gürtel enger schnallen ...“ Also ich habe noch keinen Reichen erlebt der sein Gürtel enger schnallen muss! Für mich Volksverdummung wie vieles andere!
Bildung, Der Unterschied zwischen Deutschland, größten Teils auch Europa und Asien sowie Südamerika und Afrika ist groß bis riesig. Im asiatischen Teil gibt es Länder wo der regierende Familienclan das sagen hat und bestimmt was aus dir wird. Du bist arm, dann bleibst du sowieso arm. Die andere Seite, noch in Deutschland lebend wurde ich über Teile Asiens und Afrika von den Medien mehr und besser informiert als über Südamerika. Südamerika ja, ging es um Drogen, Amazonas abfackeln und Karneval der Nackten und Armen und sowieso nur kriminell. Mehr aber nicht! Heute, in deutsche Foren, da warf man mir vor wie vielen Farmer ohne Land leben, Brasilien kokelt den Amazonas ab – als sei ich daran schuldig. Einmal kenne ich kein Farmer ohne Land und den Amazonas , den teilen sich mehrere Länder. Da sieht man dann, das es also mit der Bildung doch nicht so weit her ist. Und Heute, die Stimmen derer die gehe wollen werden immer lauter. Sie gaben sich in einem Forum den Titel: Deutschland stirb aus.
Hier, Brasilien, die besseren Schule und Unis werden von der Kirche geleitet „gegen gute Münze“. Um eine Chance zu haben hingehen zu können muss du reiche Eltern haben. OK. Es gibt Federal (staatliche) Schulen und Unis. Aber die Privaten sind eben die Besten im Lande. Ich bin jetzt fünf Jahre Hier. Als ich kam war der gesetzlich vorgeschriebene Minimumlohn 260 Real (damals 130 DM). Heute liegt dieser bei 320 Real (123 Euro). Damit lebt eine vierköpfige Familie in Armut. Ein „Fresspaket“ (Grundnahrungsmittel) für einen Armen kostet im Supermarkt 90 Real. Der heutige Präsident versprach das jeder wenigstens einmal am Tag was zu essen haben soll. Aber schafft sich als erstes ein neues Flugzeug an und die Korruption in seinen Reihen ist groß und wird größer. Wie soll sich da ein Jugendlicher weiterbilden können fehlt das nötige Kleingeld dafür.
Auch Bildung. Gab es Hier mal vor X Jahren diese berüchtigte Militärzeit. Jeder der Rot war ging ins Gefängnis. Und dort wurden also die Roten und Kriminellen echt gute Kunmpel. Die Roten brachten den Kriminellen Wissen und Organisationstalent bei, was Heute den Drogen Baronen nützlich ist. Für ihren "Unterricht" wurden sie recht gut bezahlt und mancher lässt sich Heute noch „bezahlen“.
Gehört auch mit zu Bildung, frage mal wie viele Hier, nur allein im Viertel, wirklich verheiratet sind, wie alt diese oder jene „Frau“ ist, und oder wieviel Kinder sie hat, dazu noch wie alt der „Lebenspartner“ ist. Meine Frau kann ein Lied davon singen. Oft sind die Eltern froh wenn die minderjährige Tochter verschwindet. Und keinen stört es solange diese Eltern sich nicht besinnen. So geben sich viele einfach damit zufrieden wie sie nun einmal leben. Hinzu kommen dann Drogen und vor allem billiger Fusel, als Lebenselezier.
Wie oft sagt meine Frau ihren Patientinnen wann sie die Pille zu nehmen haben, das diese oder jene Frau keine Kinder mehr haben kann oder noch nicht bekommen kann Zwecklos!! Also das Bildung/Weiterbildung kein Thema ist, sondern zu erst das Thema wie man zu Geld kommt und dafür ist dann alles recht. Die Zahl der unehelichen Kinder ist bekannt, auch wer die Väter sind, aus Scham oder einer Androhung wegen auf Unterhalt verzichtet wird. Kein Bett oder verglastes Fenster in der Bretterbude aber TV. Jeans in drei Raten, ganz normale Angelegenheit. Zum verwertbaren Müll einsammeln schickt man seine Kinder durch die Strassen. Damit Mutter wieder was zu qualmen hat oder an billigen Fusel kommt. (verallgemeinert) Die „ach so armen“ Strassenkinder, bevor du dich umgesehen hast stehst du nackt da. Man hat sich mit Dealer eingelassen, eines Tages findet man dich irgend wo am Wegrand. Du willst ein Haus kaufen und man will dir eine Bierdeckelrechnung ausstellen. Und auch das ist Hier ganz normal wenn ich dir sage, dass ich um 12 Uhr kommen werde - aber meinte ich nun damit Gestern oder nächste Woche. Und es ist auch so, außerhalb der großen Städte zählt ein Mensch nichts bzw. nicht viel. Ein Vorfall direkt vor meinem Haus. Zirkuswagen mit Löwen. Ein Halbwüchsiger hing am Wagen, der halbe Arm im Rachen des Löwen. Fragt mich später jemand in einem Forum ob ich nicht den Notarzt gerufen hätte. Naiv, obwohl aus einem Deutsch-Brasil Forum die Frage kam! Nothilfe, helfe dir selbst dann ist dir geholfen.
Richtig wären wir alle gleich dann ... Darum arbeitet der Franzose als Bsp. um zu leben und nicht wie der Deutsche welcher lebt um zu arbeiten. Und bezogen auf den Brasilianer, welcher sich nicht bestimmen lässt wie er zu leben hat und der Chinese vom abkupfern lebt. Ehrgeiz sicher, wenn ich die bestimmte Etappe erreicht habe und mehr will oder wenn ich weiß wo es lang geht. Aber wo nichts ist kann nichts wachsen und so geht man dann seinen gewohnten Trott. Darum auch ein Aufschrei durch Deutschland, weil es Heute und in der Zukunft Veränderung gibt (zum Nachteil).
Nur ein Jahr brasilianische Verhältnisse, ich meine damit Verdienst und dieses Leben und nichts weiter, so mancher wäre in Deutschland geheilt. Die Welt verändert sich, aber nicht der Deutsche.
Dies zeige einige Beispiel in den täglichen News . Dann frage ich mich, warum sollte ich mich eigentlich integrieren.
Brasilien, ist ein reiches Land da viele Bodenschätze, es wäre reicher als Deutschland, aber durch die ewigen Korruption am Schulden begleichen. Eine Hinterlassenschaft der Portugiesen wie vieles andere, was die aller wenigsten wissen bzw. erfahren. Und wenn man dich bei VW Brasil feuert und danach zum noch billigeren Lohn wieder einstellt, in der obersten Etage Sexorgie gefeiert wird, dann weißt du was die Uhr geschlagen hat. Das Gegenbeispiel aus dem Spiegel, ein türkischer Vater in Berlin findet bei seinem Sohn Messer und Pistole im Schulranzen und sagt:“ bevor dich jemand fertig macht, mach ihn fertig“! Dann kann man Integration, Bildung und Ehrgeiz an den Nagel hängen. Weil es nur noch darum geht, der Stärkere überlebt den Rest fressen die Hunde!
Ich sah Heuteabend als wir nach Hause kamen in den News , 250 000 illegale People demonstrierten in USA. Was würde passieren, es wäre es nicht in USA sondern in Deutschland. Daher finde ich dieses Monopoly Spiel der Integration in Deutschland echt lustig. Am liebsten würde ich ja mal meine Frau ihre Opinien Hier schreiben lassen, was sie über Deutschland meint. Leider kann sie kein Deutsch! In Deutschland redet man alles schön, nur nicht auffallen und jeder hat sofort eine Lösung parat. Nur geht vieles davon in die Hose! Natürlich gibt es kleine Städtchen wo einem die Integration dort leicht gemacht wird. Aber im großen und ganzen, du machst mit wie wir es wollen oder wir schmeißen dich raus. Bin ich andersfarbig (dunkelfarbig) nutzt mir mein Wille zur Integration recht wenig. Und so ist es in vielen Ländern der Welt, nicht nur in Deutschland. Das ist Realität die man nicht verstecken kann, das war so und wird so bleiben.
Ostern, ist Hier zwar Feiertag aber nur der Ostersonntag.
Insgesamt gesehen gibt es Hier weniger Feiertag
Ist also nichts mit Eier hurgeln ....
Gruss
Peter
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